Weiße Flecken zu erforschen wie Kapitän Nemo in Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“, das war es, was Rupert Riedl, Meeresbiologe von Weltruf, ursprünglich dazu trieb, sein Augenmerk auf die Ozeane zu richten. Auf die wirklichen und die imaginierten. Und derselbe Drang nach Wissen, nach Ergründung der im Tiefsten verborgenen Geheimnisse unserer Welt und unseres Daseins ließ ihn als jungen Zoologen an der Küste Siziliens entlangstreifen und seinen Gedanken über Natur und Freiheit nachhängen.

Die unbefangenen, komisch-nachdenklichen Wahrnehmungen, die er dabei machte, nehmen im Kern die wesentlichen Erkenntnisse späterer Forschungen und Expeditionen vorweg.

Aus der Perspektive von 50 Jahren unermüdlichen Erkundens und Denkens versieht der Wissenschaftler Rupert Riedl nun die Verwunderungen seiner frühen Lehrjahre mit Ortsbestimmungen und Lösungen.

In zwölf Kapiteln berührt Riedls Schilderung in fast poesiehaft verdichteter Form Fragen der Wissenschaften und der Metaphysik, des menschlichen Bewusstseins, von Vernunft, Verstand und Gemeinschaftsleben.

Seine „Reisen in der Sonne und in der Nacht“ führen den Autor die Küstenstriche entlang, über steinige Pfade und auf „Wege, die die Welt bedeuten,“ hin zu dem „Licht überm Land“ – und dem ermutigenden Resümee der reifen, souveränen Forscherpersönlichkeit, dass sich schon dem naiven Beobachter, „geht er nur offenen Auges durch eine ungewohnte Welt, alle Erkenntnisfragen zu Mensch und Welt auftun“.

Über den Autor:

Univ.-Prof. Dr. Rupert Riedl, geb. 1925 in Wien. Studium der Biologie. Danach meereskundliche Studien in Kalifornien, Florida und Puerto Rico. 1968 Ruf an die University of North Carolina in Chapel Hill als Kenan Professor of Zoology, die nach Rang, Gehalt und Einfluss höchste Auszeichnung, welche die Universität zu vergeben hatte. 1971 Rückkehr nach Wien. Seit 1973 Vorstand des Instituts für Zoologie der Universität Wien. Seit seiner Emeritierung Vorsitzender des Konrad-Lorenz-Instituts für Evolutions- und Kognitionsforschung. 2002 Gründung des „Club of Vienna“.

Bisherige Publikationen: zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. „Die Ordnung des Lebendigen“ (1975), „Biologie der Erkenntnis“ (1980), „Ursachen des Wachstums“ (1996).

Dem breiten Fernsehpublikum ist Rupert Riedl vor allem durch die Dokumentarserie „Die Gärten des Poseidon“ zu einem Begriff geworden.


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