Astrid Wagner: Kannibalenzeit. Der Fall Jack Unterweger

Eine voreingenommene Justiz, fragwürdige Beweise, spurlos verschwundenes Material – all das trug dazu bei, dass auch zwei Jahrzehnte nach dem »Jahrhundertprozess« gegen den »dichtenden Mörder« Jack Unterweger viele Fragen offen bleiben. Die Stimmen derer, die an seiner Schuld zweifeln, wollen nicht verstummen – vorverurteilenden Medienbeiträgen, in denen vieles verdreht dargestellt wird, zum Trotz. Astrid Wagner, damals junge Juristin, hat den Fall penibel recherchiert und das Ergebnis erstmals ein Jahr nach Ende des Prozesses in Buchform veröffentlicht. Dieses e-book ist eine unveränderte Neuauflage von ihrem inzwischen vergriffenen Erstlingswerk.

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Über Astrid Wagner: Kannibalenzeit. Der Fall Jack Unterweger

Jack Unterweger ist die schillerndste Persönlichkeit der jüngeren österreichischen Kriminalgeschichte. 1974 wegen eines Frauenmordes zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt, begann er während der Haft zu schreiben. 1990 wurde er auf Bewährung entlassen — nicht zuletzt dank massiver Unterstützung namhafter Schriftsteller. Bereits ein Jahr später geriet er wieder ins Visier der österreichischen Polizei, die in für mehrere Frauenmorde verantwortlich machte.

Astrid Wagner berichtet über die folgenden drei Jahre, die mit Unterwegers neuerlicher Verurteilung und seinem darauf folgenden Selbstmord enden. Akribisch werden die Details dargestellt: Sowohl Polizei als auch Justiz stehen unter unerträglichem Erfolgsdruck, die Medien (er-)finden immer neue Aufhänger für Sex-and-Crime-Stories. Im Mittelpunkt steht aber die faszinierende Persönlichkeit Jack Unterwegers, die auch in diesem Buch kaum mehr vom medialen Zerrbild des pervers-genialen Egomanen getrennt werden kann.

Astrid Wagner will einerseits Zweifel an der Richtigkeit des Urteils wecken, andererseits aber auch Missstände des österreichischen Strafrechtswesens aufdecken. Ist es überhaupt möglich, dass der Staatsanwalt als Ankläger objektiv ist? Und wie überzeugend muss ein Beweis sein, um von einem Richter als erwiesen zu gelten?

So grundlegende Fragen lassen sich an einem derartig Aufsehen erregenden Prozess wohl nur schwer erörtern. Die Stärke von Jack Unterweger liegt aber sowieso in der atmosphärisch dichten Schilderung des Verfahrens. Die Leser können mitverfolgen, wie die sachliche Aufklärung von Verbrechen immer auch zum persönlichen Kampf aller beteiligten wird. Hannibal Lector in Echt und auf Österreichisch. –Volker Frey

Astrid Wagner zu Jack Unterweger:

Kurzbiographie von Astrid Wagner

Dr. Astrid Wagner, wuchs in Wien, Paris und der Steiermark auf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften arbeitete sie zunächst bei der Österreichischen Mietervereinigung. Seit 2001 führt Astrid Wagner eine Rechtsanwaltskanzlei in Wien. Sie vertritt immer wieder in brisanten und öffentlichkeitswirksamen Prozessen, die sie inzwischen auch als Anwältin einem breiten Publikum bekannt gemacht haben. Veröffentlichungen: „Jack Unterweger – Mörder, Dichter, Frauenheld“ (2001), „Geschworenenprozesse“ (2008) sowie „Unfassbar“ (2014), „Kannibalenzeit“ (2014), „Verblendet“ (2014) und „Rosen und Kriege“ (2015). Hier geht es zur Webseite von Astrid Wagner

Bibliographische Angaben: Kannibalenzeit. Der Fall Jack Unterweger

Seiten: 296 | illustriert (s/w)

Format: 13,4 × 21,5 cm

ISBN: 978-3-902924-22-3

Erschienen: 2014