Polizeifotograf Kurt Kragora ist einiges gewohnt, denn normalerweise ist er der Erste am Tatort. Aber diesmal hat er keine Leiche mit Stichwunden oder Schussverletzungen vor sich, sondern seinen Freund Adi Vogl. Er lebt. Und er sieht aus wie ein Mörder.

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Über Fritz Lehner: Vor dem Angriff

„Alles von dem, was ich während meiner Arbeit fotografiere, ist tot“, denkt Kurt Kragora, als er an diesem 30. August seine Kamera in Position bringt. Aber diesmal ist es anders, diesmal muss er im Landesgericht einen Lebenden fotografieren: seinen Jugendfreund vom Mexikoplatz Adi Vogl. Man hat dessen DNA an der Hundeleine gefunden, mit der das Opfer erdrosselt worden ist. Damit ist alles klar, jede Unsicherheit ausgeschlossen. Kragora hat einen Menschen in höchster Bedrängnis vor sich. Für den erfahrenen Polizeifotografen ein weit schlimmerer Anblick als das, was ihm sonst so geboten wird. Und Kurt Kragora ist einiges gewöhnt, denn normalerweise ist er der Erste an einem jeden Tatort, noch vor allen Kollegen. Jeder Schauplatz muss nämlich nicht nur in der Übersicht, sondern tunlichst auch im Detail festgehalten werden. Und zwar vor dem Angriff, wie es heißt. Was für eine Ironie, dass sie in der Kriminalistik dieses Einfallen der Ermittlungsbeamten in den Tatort Angriff nennen, denkt er noch. Dann drückt er ab. Kein Zweifel, Adi Vogl sieht aus wie ein Mörder. Wenige Stunden später muss Kurt Kragora sich eingestehen, dass sogar ein so abgebrühter Polizeifotograf wie er manchmal vom Gang der Ereignisse überrumpelt wird.

Kurzbiographie von Fritz Lehner

Fritz Lehner, geb. 1948 in Freistadt, OÖ. Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen in Wien. Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt. Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Vielfach ausgezeichnetes Filmschaffen, u. a.: .„Schöne Tage“ (Buch und Regie), „Mit meinen heißen Tränen“ (Buch und Regie), „Jedermanns Fest“ (Buch und Regie). Bisherige Publikationen: „Я (2003), Metropol-Trilogie (2004-2006, „Hotel Metropol: Ankunft“, „Hotel Metropol: Tage und Nächte“, „Hotel Metropol: Abreise“), „Der Schneeflockenforscher“ (2008), „Margolin“ (2012) und „Vor dem Angriff“ (2014), Seestadt (2016, Shortlist zum Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien) und „Nitro“ (2017).Zur Wikipedia-Seite von Fritz Lehner.

Bibliographische Angaben: Vor dem Angriff

Seiten: 360

Format: 13,4 × 21,5 cm

ISBN: 978-3-902406-29-2

Erschienen: 2015